Der Flug des Adlers
Adler Horst schlug die Augen auf. Es waren die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne, die ihn geweckt hatten. Eigentlich hätte ihn diese viel zu frühe Störung geärgert, immerhin hatte er ganz tolle Dinge geträumt, doch der Tag schien so schön zu werden, dass sich seine Laune hob.
»Vielleicht sollte ich eine Runde zwischen den Bergen und durch die Täler fliegen und meine müden Muskeln aufwärmen, bevor ich mir ein leckeres Frühstück besorge.«
Horst erhob sich. Mit kräftigen Flügelschlägen erhob er sich in die Lüfte und flog los. Mal schraubte er sich weit in den Himmel hinauf, mal stürzte er sich waghalsig in die Tiefe, nur um kurz vor dem Boden wieder hochzuziehen. Doch da wurde er von einem leisen Klicken abgelenkt.
»Mist, verdammt!« Ein fluchender Mensch saß mit einer Kamera in den Büschen versteckt. »Gerade jetzt muss der Akku leer sein. Wie soll ich jemals beweisen, dass hier ein Adler lebt?«
Horst kicherte leise, entschied sich dann doch, dem anderen zu helfen. Er zupfte eine Feder und ließ sie fallen. »Das dürfte als Beweis reichen.« Er drehte ab. Zeit fürs Frühstück.
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