1120. Das Licht des Mondes

Das Licht des Mondes

»Können wir uns den Planeten dort unten aus der Nähe anschauen? Er wirkt so schön und friedlich.«
Der kleine Mond zwinkerte dem kleinen Mädchen zu, das auf ihm saß und die Segel zur Oberfläche des Himmelskörpers drehte. Der Mond holte tief Luft, machte dicke Backen und blies in den Stoff. Sie sanken herab und glitten lautlos über ein weites Meer, das still in der Nacht unter ihnen lag und das Licht der Sterne reflektierte.
Irgendwann kamen sie in die Nähe der Küste. Auf einem großen Felsen saß ein alter Mann, der immer wieder versuchte, eine Angel ins Wasser zu werfen. »Verdammt! Wie soll ich denn meinen verlorenen Stiefel wiederbekommen, wenn ich ihn in der Dunkelheit nicht sehen kann?«
»Wollen wir ihm helfen?« Der Mond ließ sich nicht lange bitten und steuerte das Ufer an. Er richtete sein Licht auf den Angler, der nun endlich seinen Stiefel fand und bergen konnte.
»Ich danke euch.«
Sie begleiteten ihn noch bis nach Hause, damit er sich nicht verlaufen konnte.

(c) 2023, Marco Wittler

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